Mai

22

Donnerstag

Schweizer Theatertreffen: Ça commence par le feu

Schweizer Theatertreffen: Ça commence par le feu Chollerhalle Zug, Chamerstrasse 177, 6300 Zug Tickets

Credits: Ça commence par le feu_Guillaume Perret

Chollerhalle Zug, Zug (CH)

Ça commence par le feu

Anne Bisang (Mise en scène), Magali Mougel (Texte), Camille de Pietro (Réalisation film) – Théâtre populaire romand

1989. Irgendeine Agglo-Stadt im Neuenburger Jura, vermutlich in der Nähe von Le Locle oder La Chaux-de-Fonds. Was in der Welt passiert, kommt hier nur in leisen Schallwellen an. Im Vordergrund stehen das Wetter und die Sorge vor dem Wolf, oder was immer es ist, was seit einigen Tagen umgeht. Nebel, Novemberdepression, ein öder Dorfplatz mit Busstation, direkt dahinter die Äcker. Der schale Glanz des lokalen Uhrenbusiness, welches den einzigen Weg zum Erfolg und zur Welt da draussen darzustellen scheint. Und doch, der Fall der Mauer und das Scheitern des ersten Klimagipfels bewegen die jungen Menschen auch hier. Vielleicht nur, weil sie denken, dass es sie bewegen müsste.
Das Stück der französischen Autorin Magali Mougel, geschrieben fürs Théâtre populaire romand in La Chaux-de-Fonds, spielt in diesem historischen Moment des Umbruchs: Ghettoblaster, Dock Martins, Miniröcke, ein bisschen Glitzer – wir sind mitten in den späten Achtzigern. Und doch hört sich alles, was da – je nach Charakter mal leidenschaftlicher, mal zynischer – verhandelt wird, an, wie eine Bestandsaufnahme von heute. Allerdings angereichert mit mystischen Elementen,

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Ça commence par le feu

Anne Bisang (Mise en scène), Magali Mougel (Texte), Camille de Pietro (Réalisation film) – Théâtre populaire romand

1989. Irgendeine Agglo-Stadt im Neuenburger Jura, vermutlich in der Nähe von Le Locle oder La Chaux-de-Fonds. Was in der Welt passiert, kommt hier nur in leisen Schallwellen an. Im Vordergrund stehen das Wetter und die Sorge vor dem Wolf, oder was immer es ist, was seit einigen Tagen umgeht. Nebel, Novemberdepression, ein öder Dorfplatz mit Busstation, direkt dahinter die Äcker. Der schale Glanz des lokalen Uhrenbusiness, welches den einzigen Weg zum Erfolg und zur Welt da draussen darzustellen scheint. Und doch, der Fall der Mauer und das Scheitern des ersten Klimagipfels bewegen die jungen Menschen auch hier. Vielleicht nur, weil sie denken, dass es sie bewegen müsste.
Das Stück der französischen Autorin Magali Mougel, geschrieben fürs Théâtre populaire romand in La Chaux-de-Fonds, spielt in diesem historischen Moment des Umbruchs: Ghettoblaster, Dock Martins, Miniröcke, ein bisschen Glitzer – wir sind mitten in den späten Achtzigern. Und doch hört sich alles, was da – je nach Charakter mal leidenschaftlicher, mal zynischer – verhandelt wird, an, wie eine Bestandsaufnahme von heute. Allerdings angereichert mit mystischen Elementen, die durch die suggestiven, sich fast unmerklich bewegenden Bilder der jungen Filmemacherin Camille de Pietro verstärkt werden. Die jungen Menschen hier träumen vom grossen Geld, von einem Amerika, das hält, was es verspricht: Vom «american way of life». Sie träumen von Liebe und Widerstand, selbst wenn dieser vielleicht von rechts kommt.

«I want it all and I want it now» – auch so ein Lied von 1989. Irgendetwas soll sich ändern, muss brechen, niedergerissen oder niedergebrannt werden. Die ältere Generation bietet sich an, mit ihren Idealen, die der Gegenwart nicht mehr gewachsen sind. Oder der Sandkastenfreund, der hartnäckig Hakenkreuze vom Bushäuschen kratzt, die doch am nächsten Tag sowieso wieder da sind. Man könnte sich mit gutem Grund auch das Establishment vorknöpfen: wegen seiner Sekt-Talks, seiner Betulichkeit in der Kleinkindererziehung oder wegen des Riesenbohais, den es um einen niedergegarten Braten auf weisser Tischdecke zu veranstalten vermag.

Und dann ist da noch der Wolf und dieser Eremit in den naheliegenden Wäldern, sowie eine Ortsgemeinschaft, die in der Lage ist, die Ordnung wiederherzustellen, wenn sie sich nur auf ihre Instinkte besinnt…

Dieses Panoptikum der Einzelstimmen und chorischen Fantasien einer Kleinstadt ist voll von Aufbegehren, aber auch von Wertezerfall, da ist Bereitschaft zum Handeln, aber auch zu Brutalität und Ausschluss. «Ça commence par le feu» beschreibt einen Moment, der die Möglichkeit zum Fortschritt in sich birgt. Oder die zur Katastrophe. Es liegt, so glaubt man es durch die Zeit hindurch zu hören, in unseren Händen zu entscheiden, welche der beiden Möglichkeiten wir wählen.

– Julie Paucker

 

Anne Bisang, Regisseurin und seit gut 10 Jahren Leiterin des Théâtre populaire romand (TRP) in La Chaux-de-Fonds, beauftragte Magali Mougel damit, ein grosses Ensemblestück für ihr Theater und ihre Region zu schreiben. Für eine cineastische Dimension sorgen die Videos von Camille de Pietro, sowie die Musik von elie zoé, für den Zeitbezug die Ausstattung von Anna Popek und Anna Van Bree. Das Stück entstand in Zusammenarbeit mit dem POCHE/GVE. Es stiess in seiner Heimatstadt, aber auch auf den Gastspielen, auf grossen Erfolg.

Von: Magali Mougel
Mit: Françoise Boillat, Angèle Colas, Yann Philipona, Dylan Poletti, Juliette Vernerey, Philippe
Vuilleumier / A l’écran Fanny Künzler, Isabelle Meyer, Yara Marti
Autorin: Magali Mougel
Konzept: Anne Bisang et Camille de Pietro
Regie: Anne Bisang
Bühne: Anna Popek
Video: Camille de Pietro
Kostüme: Anna Van Brée
Musik: elie zoé
Dramaturgie: Sélima Chibout
Licht: Jonas Bühler
Ton: Fred Jarabo
Assistenz: Camille Charlotte Roduit
Produktionsleitung: Jehanne Carnal
Produktion: Théâtre populaire romand – Centre neuchâtelois des arts vivants – Jehanne Carnal
Koproduktion: POCHE/GVE
Förderung: Fondation Philanthropique Sandoz, Fondation culturelle BCN, Fondation Ernst Göhner,
Fondation Casino Neuchâtel, Fondation Jan Michalski
18:00 Uhr
Weitere: avec le soutien de Viteos

Website

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Schweizer Theatertreffen

Während fünf konzentrierten Festivaltagen bringt das Schweizer Theatertreffen die Highlights der Schweizer Theatersaison 2024 nach Zug und Luzern. Im Festivalzentrum am Theater Casino Zug treffen sich Künstler:innen, Publikum und Theaterschaffende aus der ganzen Schweiz. Sie kommen, um die herausragendsten Schweizer Theaterproduktionen des Vorjahres auf den Bühnen zu schauen, um über Theaterkunst zu diskutieren und sich bei einem Glas Wein oder beim beliebten Theaterbrunch in allen Landesprachen zu unterhalten. Der wichtigste Event der Schweizer Theaterszene findet in Partnerschaft mit dem Theater Casino Zug, dem Luzerner Theater, dem Südpol Luzern, dem Burgbachkeller, der Chollerhalle, der Galvanik, dem Kinder- und Jugendtheater Zug und der Gewürzmühle zum ersten Mal in der Zentralschweiz statt.

SÉLECTION 2025: 6 PRODUKTIONEN / PRODUCTIONS / PRODUZIONI

Actapalabra – Joan Mompart, Philippe Gouin (Conception et jeu) – Théâtre Am Stram Gram

Blutbuch – Sebastian Schug (Regie), Kim de l’Horizon (Text) – Bühnen Bern

Ça commence par le feu – Anne Bisang (Mise en scène), Magali Mougel (Texte), Camille de Pietro (Réalisation Film) – Théâtre populaire romand – Centre neuchâtelois des arts vivants (Production) – POCHE/GVE (Coproduction)

Dans ton intérieur – Julia Perazzini (Conception, écriture, interprétation) – Cie Devon (Production) – Arsenic – Centre d’art scénique contemporain Lausanne, Théâtre Public de Montreuil – Centre Dramatique National, Théâtre Saint-Gervais, Genève (Coproductions).

Das komische Theater des Signore Goldoni nach Carlo Goldoni – Max Merker (Regie) – Konzert und Theater St. Gallen

Die Krume Brot – Antú Romero Nunes (Regie), Lukas Bärfuss (Text) – Schauspiel Theater Basel

 

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Altersbeschränkung:
Ab 16 Jahren oder in Begleitung eines Erwachsenen

Barrierefreiheit / Rollstühle:
Die CHOLLERHALLE ZUG ist barrierefrei zugänglich und verfügt über ein separates, rollstuhlgerechtes WC. Es können leider keine speziellen Rabatte gewährt werden und pro Begleitperson wird ein eigenes Ticket benötigt.
Wichtig: Wenn Sie Rollstuhlplätze reservieren möchten, senden Sie bitte vor dem Ticketkauf eine E-Mail mit Angaben zur Veranstaltung, Datum, Ihrer Telefonnummer und der Anzahl der benötigten Plätze. Dies ist notwendig, da die Anzahl Rollstuhlplätze limitiert ist und wir sonst einen Einlass auch mit vorhandenem Ticket nicht in jedem Fall garantieren können. Vor Ort können Sie sich beim Eingang Galerie/Gästeliste melden, damit wir Sie zu ihrem Platz begleiten und allfällige Fragen beantworten können.
Wir danken für Ihr Verständnis und freuen uns auf Ihren Besuch!
info@chollerhalle.ch

Organisator & Weitere Infos:
www.chollerhalle.ch
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Veranstalter:in

Schweizer Theatertreffen

Vorverkauf

Total: XX.XX CHF

Infos

Ort:

Chollerhalle Zug, Chamerstrasse 177, Zug, CH